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Kindersicherheitsinfo ! KinderSicher Bezirk Leibnitz

Elisabeth Fanninger, BA

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Kooperationen / BÄRENBURG Kindersicherheitshaus

Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE

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Kindersicherheitsinfo KinderSicherer Bezirk Leibnitz   

Ertrunken, vom Sprungturm gestürzt, Zähne beim Rutschen ausgeschlagen: Kinder- und Jugendunfälle im „Freizeitraum Wasser“

Ertrinken ist DIE Gefahr schlechthin beim Baden. Doch auch abseits dieses absoluten Schreckensszenarios passieren österreichweit jährlich rd. 2.700 spitalsbehandelte Kinder- und Jugendunfälle im und am Wasser: Stürze von Sprungtürmen, Unfälle auf Wasserrutschen und vieles mehr. Im Rahmen des Projekts „KinderSicherer Bezirk Leibnitz“ gibt der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE Tipps zur Unfallvermeidung.

Horrorszenario Ertrinken
Die größte Gefahr im und am Wasser stellt das Ertrinken dar. Isabella Kranacher, Projektkoordinatorin des KinderSicheren Bezirks Leibnitz warnt: „Was vielen nicht bewusst ist: Kinder ertrinken lautlos, innerhalb weniger Minuten und bereits in weniger als 10 cm Wassertiefe“. Jährlich ertrinken in Österreich rd. 3 Kinder, weitere 15 können gerade noch gerettet bzw. reanimiert werden. Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE betont: „Ganz wichtig zu bedenken ist jedoch, dass das nicht heißt, dass all diese „Beinahe-Ertrinkungsunfälle“ glimpflich ausgehen. Bei mind. zwei Kindern werden aufgrund des Sauerstoffmangels lebenslange, teils schwere, Behinderungen die Unfallfolge sein“.
Wo passieren nun die meisten (Beinahe-)Ertrinkungsvorfälle? Etwa die Hälfte entfällt auf öffentliche Bäder, ein Viertel ereignet sich im privaten Garten (Pool, Biotop) und ein weiteres Viertel in Naturgewässern (Seen, Flüsse, Teiche). Die Überlebenschance ist jedoch in öffentlichen Bädern mit 93 % am höchsten. Wesentlich schlechter sieht es im privaten Garten und in Flüssen aus: Das Risiko, dass Ertrinkungsunfälle tödlich enden ist in Flüssen fünfmal so hoch und im privaten Gartenpool viermal so hoch wie im öffentlichen Schwimmbad oder im Badesee. „Unser Appell an Eltern und Aufsichtspersonen lautet daher: Kinder im und am Wasser nie aus den Augen lassen und einen Kindernotfallkurs besuchen, um im Ernstfall rasch und richtig reagieren zu können“, so Kranacher.

Von Sprungbrett bis Wasserrutsche: Was sonst noch im und am Wasser passiert
In Österreich verunfallen pro Jahr etwa 2.700 Kinder und Jugendliche bei ihren Freizeitaktivitäten im und am Wasser. 80 % der Wasser-Unfälle fernab des Ertrinkens ereignen sich im öffentlichen Bereich (Schwimmbad, Badesee u. Ähnl.), 20 % am privaten Pool. Das Durchschnittsalter der Verunfallten beträgt 9 Jahre. Differenziert man nach Geschlechtern, so zeigt sich mit 61 % ein Überhang bei den Burschen – bei Sprungturm-Unfällen entfallen gar 83 % der Unfälle auf, meist pubertäre/jugendliche, Burschen.
Generell passieren vor allem offene Wunden und oberflächliche Verletzungen, gefolgt von Prellungen und Knochenbrüchen. Till betont: „Auch schwere Zahnverletzungen sowie Schädel-Hirn-Traumata kamen immer wieder vor. Betrachtet man die Verletzungsschwere, so ist gut jede vierte Verletzung eine schwere.“ Die Verletzungsursachen sind am häufigsten das Anhauen/Anstoßen an einem Objekt und das Stürzen in der Ebene. Auch die allgemeine Bewegung im Wasser, die Kollision mit einer anderen Person, der Sturz aus der Höhe (Sprungturm, Poolleiter) sowie die Verletzung durch einen Fremdkörper kommen oftmals vor. Kranacher betont: „Betrachtet man die Unfälle im Schwimmbecken, so zeigt sich, dass sich die Kinder und Jugendlichen meist am Beckenrand anhauen – oftmals bei Salto- oder Köpflerversuchen. Auch die Tiefe des Beckens wird regelmäßig unterschätzt, was ein


schmerzhaftes Anstoßen am Boden des Beckens zur Folge hat.“ Bei Wasserrutschen findet sich das Anhauen/Anstoßen am Rutschenkorpus an erster Stelle. Daneben sind auch Kollisionen mit anderen Rutscher:innen häufig. Auffällig oft kommt es bei Rutschunfällen zu Zahntraumata im Sinne von ausgeschlagenen Zähne – vor allem am Rutschen-Ende beim Rutschen in Bauchlage. Beim Sprungturm/-brett zählen das Anhauen am Brett/Turm beim Saltoversuch, und das Ausrutschen beim Wegspringen zu den häufigsten Unfallmustern.

Sicherheitstipps für den „Freizeitraum Wasser“

Allgemein:
•    Kinder im und am Wasser immer beaufsichtigen bis sie sehr gut schwimmen können und mind. 10 Jahre alt sind.
•    Verlassen Sie sich nicht auf Schwimmhilfen: Sie bieten keinen zuverlässigen Schutz!
•    Älteren Geschwistern nicht die Aufsicht übertragen.
•    Kleinkindern beibringen, nur mit Erwachsenen ans und ins Wasser zu gehen und größeren Kindern, immer nur zu zweit zu schwimmen.
•    Wenn Kinder verschwunden sind: Immer zuerst dort suchen wo Wasser ist!
•    Zumindest für kleinere Kinder empfehlen sich im Planschbecken und im Schwimmbad rutschfeste Badeschuhe.
•    Besprechen Sie mit Ihrem Kind die wichtigsten Baderegeln – erklären Sie ihm auch den Sinn dahinter und welche Gefahren damit vermieden werden.
•    Achtung bei Kindergruppen – gerade in der Pubertät: Mehr Kinder, mehr „Kreativität“ und „Imponierverhalten“. Erklären Sie Ihren Kindern, dass es eine schmale Gratwanderung zwischen Spaß und Ernst sein kann – vor allem beim Tauchen, Springen und Rutschen!
•    Belastung für den Körper durch Hitze an langen Badetagen nicht unterschätzen.

Privater Pool/Teich:
•    Pools/Biotope/Teiche mit einem 1,5 m hohen Zaun und selbstschließender Tür sichern oder mit einer versperrbaren Überdachung ausstatten.
•    Überlegen Sie gut: Muss ein privater Pool wirklich jetzt schon sein oder wollen Sie lieber damit warten, bis die Kinder älter sind und bereits (gut) schwimmen können?
•    Für private Pools gibt es elektronische Sicherheitssysteme, die Alarm schlagen, wenn ein Kind unbeobachtet ins Wasser geht oder zu ertrinken droht.
•    Schaffen Sie eine sichere Poolumgebung (Achtung bei Steinen, scharfen Kanten/Ecken).
•    „Hochpool“: Bedenken Sie die Gefahr des Herunterstürzens von der Leiter und die des Herausstürzens über den Poolrand.
•    Auch in der übrigen Jahreszeit stellen das Wasser in einem Pool, eine Poolabdeckung mit Plane oder ein leerer „Tiefpool“ eine entsprechende Gefahr dar.

Öffentliches Schwimmbad:
Wasserrutsche und Sprungturm:
•    Vorsicht beim Aufstieg/auf der Leiter (Sonnenmilch, Wasser, Gedränge).
•    Regeln/Hinweisschilder beachten.
•    Abstand halten, vor dem Rutschen/Springen schauen, ob „die Bahn“ frei ist.
•    Einmündungsbereich sofort verlassen.

Hinweis: Kurzvideo „Erste Hilfe im Ertrinkungsnotfall“:  www.grosse-schuetzen-kleine.at

 

Rückfragen Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE:

KinderSicherer Bezirk: Isabella Kranacher, BA I 03166 / 385 13764 I isabella.kranacher@uniklinikum.kages.at
Pressearbeit: Elisabeth Fanninger, BA I 0316 / 385 13764 I elisabeth.fanninger@uniklinikum.kages.at

 

 

 

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